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By Daniela Schiek

Folgt guy Studien zur Prekarisierung, beklagen unsicher Beschäftigte die fehlende Möglichkeit zur Lebensplanung und streben nach der Normalbiographie. Gleichzeitig gilt als Binsenweisheit, dass sich die Einzelnen längst von der Normalbiographie verabschiedet haben und diskontinuierliche „Patchworkbiographien“ leben (wollen). Daniela Schiek verbindet diese beiden Diskussionsstränge theoretisch wie empirisch; mittels biographischer Fallanalysen untersucht sie die gegenwärtige Relevanz, die die Normalbiographie durch prekäre Erwerbslagen erlangt. Im Ergebnis zeigt sich diese nicht als irgendeine und dabei vergangene biographische alternative, sondern als Scharnier zwischen Individuum und Arbeitsgesellschaft: als Leben – das einzige, das Individuen kennen.

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Der Erzähler erzählt nicht direkt über sich selbst sondern via sequenzierte Interaktion. 52 3 Zur Relevanz, Funktion und Veränderung von Biographie „gehen auf allgemeine Ordnungsprinzipien der Erfahrungsaufschichtung zurück, die in ihrem Entstehen und in ihrer Durchformung wiederum nicht ohne die interaktive Einübung der elementaren Formen des Beschreibens, Argumentierens und Erzählens in frühen Phasen der Ontogenese zu denken sind“ (Schütze 1984: 80). Dies bedeutet, dass Sinnzusammenhänge zwar durch den Erzählprozess konstituiert werden, aber die Erzählung nicht beliebig, sondern eine Zusammenstellung „intersubjektiv erbrachter Leistungen [ist], die in bestimmten Interaktionssituationen gefordert waren“ (Fischer 1977: 61-62; vgl.

2009), dass sich ein Großteil der wahrgenommenen Unsicherheiten aus Sorgen speisen, die sich die Befragten in lebenszeitlicher Hinsicht machen. Die geringe Möglichkeit, das Leben auch nur in kurzfristiger Perspektive zu planen, die Zukunftsoffenheit und Ungewissheit darüber, welche Pfadabhängigkeiten sich aus der derzeitigen Erwerbssituation ergeben, scheint Einzelne in prekären Erwerbslagen in hohem Maße zu belasten. Des Weiteren, dies ist der Schwerpunkt Bourdieus (2000), Castels (2000) und Dörre et al.

Zum anderen wird Zeit eingeklammert: „Ich lebe und plane, ‚als ob‘ ich für immer lebte“ (Fischer 1986: 168). Mit Blick auf die reparierende Funktion eines Lebens in allein der Vergangenheit, der Gegenwart oder einem ‚Als Ob‘ kann sowohl eine fehlende Synchronisierung von Alltags- und Lebenszeitperspektive, wie sie Alheit oben anspricht, als auch das Verlorengehen der Zukunftsperspektive und des ‚In den Tag hinein‘-Lebens nicht als bedrohend, sondern gerade als Reparatur einer Bedrohung betrachtet werden.

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